Kinderkonzerte in Hamburg und Mainz vom Netwerk junge Ohren

Netzwerk junge OhrenKonzertbesuche gehören zu den besten Möglichkeiten, um sich während der Adventszeit in Weihnachtsstimmung versetzen zu lassen. Music-journal berichtete schon Anfang Dezember über eine Reihe ganz besonderer Kinderkonzerte, die durch Mitglieder vom Netzwerk junge Ohren initiiert wurden. Die Veranstaltungen fanden bisher in Berlin, Heilbronn und in Saarbrücken statt.
Involviert sind zum einen die Wunderkinder, die mit erfundenen Geschichten für heitere Gemüter sorgen. Zum anderen erwärmt ein Kinderchor die Herzen der Besucher. Begleitet werden die festlichen Gesänge durch renommierte Orchester.

Das Netzwerk junge Ohren setzt sich für eine generationsübergreifende gesellschaftliche Bedeutung von Musik ein und gibt den Mitgliedern durch intensive Kooperationen die Chance, sich musikalisch zu entfalten. Der Ansatz der Vernetzung von Musikern bei tuttisolo ähnelt diesem Konzept, lediglich die Schwerpunkte unterscheiden sich voneinander. Einen großen Stellenwert hat die Musikvermittlung, welche durch Projekte im In- und Ausland realisiert wird. Zudem veröffentlicht das Netzwerk junge Ohren ein eigenes Netzmagazin und vergibt in Zusammenarbeit mit dem Leipziger Gewandhaus jährlich den Junge Ohren Preis.

Die letzten Termine nicht nur für junge Ohren:

  • 15. Dezember 14:30 Uhr und 17 Uhr im Großen Saal der Laeiszhalle (Hamburg): „Schneegestober“, mit den Hamburger Symphonikern und dem Young ClassiX Chor
  • 25. Dezember 17 Uhr im Kleinen Haus des Philharmonischen Staatsorchesters (Mainz): „Nussknacker und Mausekönig“ mit Musik von Tschaikowsky, unter der Leitung von Hermann Baumer

(Bild: Startseite jungeohren.com)

Alternative Aufführungen zu Bachs Weihnachtsoratorium

 Johann Sebastian Bach

Zur Weihnachtszeit wird vielerorts das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach aufgeführt. Doch nicht immer wird dieses Werk in möglichst originalgetreuer Form dargeboten. Die Alternativen reichen von Jazz bis Ballett und können teils gravierende musikalische wie inhaltliche Unterschiede aufweisen.

John Neumeier: Bach und Ballett

Eine beeindruckende und stark gefeierte Premiere gab es am 8. Dezember 2013 in der Staatsoper Hamburg. John Neumeier hat einige Jahre damit verbracht, Bachs Weihnachtsoratorium in eine tanzbare Version zu verwandeln und präsentierte dem Publikum am Adventssonntag eine Ballettversion aller sechs Teile. In dem dreistündigen Stück geht es Neumeier nicht um eine bloße Nacherzählung der biblischen Geschichte, sondern es sollen allgemeine menschliche Werte vermittelt werden. Dirigiert wurden die Philharmoniker sowie der Staatsopernchor von Barrock-Spezialist Alessandro de Marchi.

Bill Dobbins: übersetzt Bach in Jazz

Das jüngere, oft der Klassischen Musik weniger zugeneigte Publikum findet möglicherweise Gefallen an dem Arrangement von Bill Dobbins. Hier entsteht durch die Symbiose von Vokalensemble und Bigband ein völlig neuer Klang, welcher mit der Urform eines barocken Stücks kaum noch etwas zu tun hat. Möglich wird dies durch die King’s Singers, dem wohl renommiertesten Vokalensemble der Welt, sowie der WDR Bigband, die zu den besten in ganz Europa zählt. Die Übersetzung des Bachschen Werks in eine Jazz-Latin-Gospel-Variante stellt eine gelungene Abwechslung dar, wenn sie auch im Vergleich zu einer Smartphone-Version der Arie “Großer Herr” fast schon konventionell erscheint.

Johann Wilhelm Hertel: Textvariation

Ihre Uraufführung feierte Johann Wilhelm Hertels “Die Geburt Jesu Christi” zwar bereits im Jahr 1777, aber die vergleichsweise schlicht gehaltene Weihnachtskantate ist dennoch als eine besondere Alternative zu verstehen. Hertel verknüpft auf geschickte Weise bekannte Weihnachtsmelodien mit lyrischen Arien und einfachen Chorsätzen. Dabei verwendet er einen Text des mecklenburgischen Pfarrers Heinrich Julius Tode. In diesem wird nicht etwa die biblische Weihnachtsgeschichte thematisiert, sondern mehr auf belehrende, teils sogar anklagende Weise Kritik an den ungläubigen Menschen geübt.

Heinrich von Herzogenberg: Reduktion

In den meisten Fällen werden nur ausgewählte Teile des Weihnachtsoratoriums aufgeführt, da ansonsten die Spieldauer zu umfangreich wäre. Auch ist die benötigte Besetzung für viele kleinere Kirchen ein Problem für die angemessene Darstellung. In “Geburt Christi” erschuf Heinrich von Herzogenberg ein Weihnachtsoratorium, das mit nur wenigen Instrumenten und Sängern auskommt. Damit trotzdem eine festliche Atmosphäre entstehen kann, werden die Zuhörer gesanglich in die Aufführung integriert.

Die vorgestellte Auswahl von Interpretationen und Neuinszenierungen zeigt, welch breiten Spielraum das Weihnachtsoratorium zulässt. Das ursprüngliche Werk ist zwar auch in der heutigen Weihnachtszeit der Klassiker schlechthin, jedoch eröffnen sich immer wieder neue Möglichkeiten, Bach auf eine andere Art zu entdecken.
Kennt auch ihr spannende oder vielleicht kuriose Fassungen vom Weihnachtsoratorium? Dann hinterlasst doch einfach einen Kommentar.

(Bild: Wikipedia/gemeinfrei)