Ist klassische Musik out?

Laut den Ergebnissen einer Forsa-Umfrage der Körber-Stiftung, tendieren immer weniger Menschen dazu, klassische Musik zu hören. Vor allem unter jungen Menschen nimmt das Interesse an Beethoven, Mozart, Händel und Co. stetig ab. Die Nachfrage bleibt aus. Worin liegen aber die Ursachen begründet?

Bei der Befragung der Unter-30-Jährigen stellte sich heraus, dass 45 Prozent von ihnen die Werbung der Konzerthäuser nicht wahrnehmen; weniger als die Hälfte der jungen Erwachsenen bezeichneten die Atmosphäre in den Einrichtungen als „elitär“. Aber basieren die abnehmenden Besucherzahlen nur darauf, dass sich die Jugend in den Etablissements der Konzerthäuser unwohl fühlt? Sollte dies stimmen, müssten sich die Häuser einer internen

Konzerthausorchester Berlin_Titelmotiv Saisonbroschüre (© Marco Borggreve) Quelle: http://www.konzerthaus.de/

Konzerthausorchester Berlin Titelmotiv Saisonbroschüre (© Marco Borggreve)
Quelle: http://www.konzerthaus.de/

Umgestaltung ihrer Einrichtungen unterziehen und das auf Kosten der Steuerzahler. Dies dürfte den jungen Menschen ein Dorn im Auge sein, denn bezüglich der Umfrage, stimmten nur 49 Prozent der Finanzierung der Konzerthäuser durch Steuergelder zu. Als weitere Gründe, die gegen einen Besuch klassischer Musikveranstaltungen sprechen, nannten 35 Prozent, die für sie zu hohen Eintrittskosten als Ursache und eben so viel Personen sprachen von einem allgemeinen Desinteresse an der Musikrichtung. Desinteresse scheint generell ein Hauptproblem der jungen Bevölkerung darzustellen. Wie aber kann man junge Leute wieder neugierig auf die scheinbar so konservative Musikrichtung machen? Zwar sagten bei der Befragung 85 Prozent aus, dass klassische Musik ein wichtiges kulturelles Erbe für sie darstelle, dennoch gaben 56 Prozent von ihnen zu, keine Verbindung zur klassischen Musikrichtung zu besitzen. Meist fehlt dabei ein direkter Bezug zu klassischen Musikstücken und ihren Komponisten. Während der schulischen Laufbahn, müssen sich Jugendliche zwar mit klassischer Musik auseinander setzen, außerhalb der Schule oder nach Abschluss dieser, befassen sich aber die meisten von ihnen nicht in ihrer Freizeit damit, wenn sie nicht gerade in einem Chor oder in einem Orchester tätig sind oder ein klassisches Instrument spielen.

Klassische Musik muss aber nicht nur ein konservatives Gesicht tragen. Auch im Orchesterwesen gibt es Neuerungen und Modernisierungen. So bemüht man sich um die Anerkennung und die Aufmerksamkeit der Jugend durch Coverversionen diverser Rock und Popnummern wie „Set Fire To The Rain“ von Adele oder man veranstaltet ein Konzert unter dem Motto „Classic meets Rock“, wo man Songs wie „Mother Earth“ von Within Temptation aufgreift – mit mehr oder weniger Erfolg. Wobei es auch hier Ausnahmetalente gibt, die mit ihren Coverversionen sehr erfolgreich sind und auch junge Menschen ansprechen – prominentestes Beispiel hierfür wäre David Garrett.

Wie sieht es aber mit der Kombination aus Klassik und elektronischer Musik aus? Was im ersten Moment vielleicht widersprüchlich klingt, muss sich dennoch nicht ausschließen. Den Beweis dafür liefert das 6Leipziger Tuttisolo-Orchestra, dass diese beiden Richtungen unter dem Motto „Electro meets Classic“ miteinander verbindet und Stücke wie „Odessa“, von Caribou, durch ihre Neuinterpretation, zu etwas Besonderem machen.

Die Bemühungen seitens der Konzerthäuser und Intendanten sind also erkennbar, sollten wohl aber intensiver wahrgenommen werden – aber wie? Sicherlich liegt dies nicht allein in der Verantwortung der Konzerthäuser. Auch das Elternhaus, die Schule, Veranstalter, Musiker und die Medien können mit Sicherheit einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Einfluss auf die jüngeren Generationen zu nehmen und diese nachhaltig zu prägen.

Wie denkt ihr darüber?

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